Shopify ist eine internationale Plattform. Was ein Shop in Deutschland zusätzlich braucht, bringt Shopify nur teilweise mit — der Rest ist Konfiguration, Theme-Arbeit und gute Rechtstexte. Dieser Überblick zeigt, was dazugehört und wo es im Shop stehen muss. Er ersetzt keine Rechtsberatung: Die Texte selbst sollten von einem Anwalt oder einem spezialisierten Anbieter kommen.
Impressum
Geschäftsmäßige Online-Angebote brauchen ein Impressum nach § 5 DDG. Das Digitale-Dienste-Gesetz hat am 14. Mai 2024 das Telemediengesetz abgelöst; ein Verweis auf „§ 5 TMG“ im Impressum ist veraltet und sollte angepasst oder entfernt werden. Das Impressum muss von jeder Seite aus leicht erreichbar sein — in Shopify typischerweise als eigene Seite, die im Footer-Menü verlinkt ist.
Die EU-Plattform zur Online-Streitbeilegung wurde am 20. Juli 2025 eingestellt; der Link darauf gehört aus Impressum und AGB entfernt. Der Hinweis zur Teilnahme an Verbraucherschlichtungsverfahren nach § 36 VSBG bleibt für Unternehmen, die ihn geben müssen.
Datenschutz und Cookies
Die Datenschutzerklärung muss alle Dienste nennen, die personenbezogene Daten verarbeiten — Shopify selbst, Zahlungsanbieter, Analyse, E-Mail-Marketing und jede App mit Zugriff auf Kundendaten. Für nicht notwendige Cookies und Tracking braucht es eine Einwilligung nach § 25 TDDDG (bis Mai 2024 TTDSG) und ein Consent-Banner, das Ablehnen nicht schwerer macht als Zustimmen. Die Einzelheiten stehen in unserer DSGVO-Checkliste für Shopify, die technische Umsetzung beschreibt Cookie-Banner und Consent Mode v2 in Shopify.
Widerrufsbelehrung und Widerrufsbutton
Verbraucher haben bei Fernabsatzverträgen grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Der Shop muss vor der Bestellung darüber belehren und das Muster-Widerrufsformular bereitstellen. Seit dem 19. Juni 2026 kommt eine elektronische Widerrufsfunktion hinzu — der sogenannte Widerrufsbutton. Shopify bringt ihn nicht mit; wie er sich umsetzen lässt, beschreibt unser Beitrag zum Widerrufsbutton in Shopify.
Button-Lösung im Checkout
Nach § 312j BGB muss der Button, mit dem Verbraucher die Bestellung abschicken, eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen — etwa „zahlungspflichtig bestellen“ oder eine ebenso klare Formulierung. Prüfen Sie die Beschriftung im deutschen Checkout und in jeder weiteren Sprache, die Sie Kunden in Deutschland anbieten, nach jeder Änderung an Checkout-Einstellungen oder Übersetzungen.
Preisangaben
- Gesamtpreise inklusive Umsatzsteuer gegenüber Verbrauchern, mit dem Hinweis auf zusätzliche Versandkosten.
- Grundpreise, etwa pro Kilogramm oder Liter, für Waren, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden — in Shopify über die Einheitspreis-Felder am Produkt, angezeigt auf Produkt- und Kollektionsseiten.
- Bei Preisermäßigungen den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage als Bezugspreis.
- Kleinunternehmer weisen keine Umsatzsteuer aus und geben stattdessen einen Hinweis auf die Steuerbefreiung — mehr dazu im Beitrag Shopify für Kleinunternehmer.
Lieferzeit, Versand und Produktsicherheit
Die Lieferzeit muss vor der Bestellung angegeben sein, am besten schon auf der Produktseite. Für Produkte, die unter die EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR) fallen, gehören seit dem 13. Dezember 2024 Herstellerangaben, Produktidentifikation und Sicherheitshinweise direkt an das Online-Angebot; in Shopify lässt sich das sauber über Metafelder abbilden. Welche Versanddienstleister sich wie einbinden lassen, zeigt der Beitrag zu DHL, Hermes und DPD in Shopify.
Barrierefreiheit
Seit dem 28. Juni 2025 müssen Online-Shops für Verbraucher nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz barrierefrei nutzbar sein; Kleinstunternehmen sind ausgenommen. Was das für Theme und Inhalte bedeutet, beschreibt unser Beitrag zu BFSG und Shopify.
Wo Shopify hilft und wo nicht
Shopify liefert die Bausteine: Seiten für Rechtstexte, Richtlinien, die im Checkout verlinkt werden, Einheitspreise, Steuereinstellungen und eine Schnittstelle für die Cookie-Einwilligung. Was fehlt, sind die deutschen Besonderheiten im Detail — der Widerrufsbutton, die Prüfung der Button-Beschriftung, Grundpreise auf allen Seiten, auf denen ein Preis steht, und die Herstellerangaben nach GPSR. Diese Lücken schließt das Theme oder eine App. Rechnungen und E-Rechnung behandelt der Beitrag Rechnungen in Shopify.
Als Shopify-Agentur für den DACH-Raum bauen wir diese Punkte technisch korrekt ein — die Rechtstexte selbst kommen von Ihrem Anwalt oder einem spezialisierten Anbieter.