Die drei üblichen Verdächtigen
Erstens Bilder: unkomprimierte Produktfotos mit mehreren Megabyte, oft ohne feste Größenangabe, sodass das Layout beim Laden springt. Zweitens Apps: Bewertungen, Popups, Wunschlisten, Chat — jede bringt eigenes JavaScript mit, das häufig render-blockierend geladen wird. Drittens das Theme selbst, besonders gekaufte Themes mit Funktionen für jeden denkbaren Shop.
Diese drei erklären den größten Teil der Fälle. Erst wenn sie abgeräumt sind, lohnt sich Detailarbeit an Liquid und CSS.
- Bilder über image_url in passender Breite ausliefern
- width und height setzen, damit nichts springt
- Nicht kritisches JavaScript verzögert laden
Core Web Vitals, übersetzt
LCP misst, wann der größte sichtbare Inhalt fertig geladen ist — auf einem Shop fast immer das Hero- oder erste Produktbild. CLS misst, wie stark das Layout beim Laden springt; Schuld sind meist Bilder ohne Größenangabe, nachgeladene Banner und Schriften. INP misst, wie schnell der Shop auf eine Eingabe reagiert, und wird durch zu viel gleichzeitig laufendes JavaScript schlecht.
Google bewertet diese Werte aus echten Nutzerdaten, nicht aus einem Labortest. Deshalb reicht ein guter Lighthouse-Wert am Schreibtisch nicht aus, wenn die Felddaten in der Search Console etwas anderes sagen.
Apps kosten, auch wenn sie nichts tun
Eine deinstallierte App hinterlässt oft Reste im Theme: Skript-Tags, Snippets, CSS-Dateien. Wir finden diese Leichen und entfernen sie. Bei aktiven Apps prüfen wir, ob dieselbe Funktion mit weniger Gewicht direkt im Theme umsetzbar ist — eine einfache Wunschliste oder ein Größenberater braucht selten eine externe App.
Die ehrliche Rechnung: Jede App, die bleibt, muss ihren Millisekunden-Preis durch Umsatz rechtfertigen. Die meisten Shops haben zwei bis vier, die das nicht tun.
Was wir nicht tun
Wir jagen keine Lighthouse-Punkte, die im Alltag nichts ändern. Ein Shop, der im Test 100 erreicht, weil Bilder erst beim Scrollen kommen und der Nutzer währenddessen auf Grau schaut, ist nicht schneller — er misst nur besser.
Wir entfernen auch keine Funktionen, die Umsatz bringen, um eine Zahl zu verbessern. Wenn ein Bewertungs-Widget nachweislich verkauft, wird es optimiert und nicht gelöscht.
Wie lange der Zustand hält
Ohne Beobachtung selten lange. Ein Theme-Update, eine neu installierte App oder ein neues Marketing-Skript machen einen Teil der Arbeit zunichte. Deshalb gehört Messung in den laufenden Betrieb: automatischer Alarm, wenn die Werte um mehr als einen festgelegten Schwellwert nachgeben.
So wird aus einem einmaligen Projekt ein Zustand, der bleibt — was der eigentliche Zweck der Übung ist.
Was Geschwindigkeit mit Umsatz zu tun hat
Der Zusammenhang ist gut belegt: Je länger die Seite lädt, desto mehr Besucher brechen vorher ab, besonders mobil und besonders bei bezahltem Traffic, der teuer eingekauft wurde. Gleichzeitig ist Ladezeit ein Rankingsignal, verstärkt auf Mobilgeräten.
Konkrete Prozentzahlen für Ihren Shop nennen wir vorher nicht, weil sie von Sortiment, Preis und Kanal abhängen. Was wir vorher nennen, ist der Ausgangswert und das Ziel — beide nachprüfbar.