Die URL-Struktur ist vorgegeben
Shopify erzwingt die Pfade /products/, /collections/, /pages/ und /blogs/. Sie lassen sich nicht entfernen, nur der Handle dahinter ist frei wählbar. Wer aus WooCommerce oder Shopware kommt, verliert damit jede bestehende URL — deshalb gehört eine vollständige Weiterleitungsliste in jedes Migrationsprojekt.
Zusätzlich existiert jedes Produkt unter zwei Adressen: einmal direkt unter /products/handle und einmal unter /collections/kollektion/products/handle. Shopify setzt in der zweiten Variante ein Canonical auf die erste, aber viele Themes verlinken intern trotzdem auf die Kollektionsvariante. Der Crawler läuft dann durch tausende Adressen, die alle auf dieselbe Seite zeigen.
- Interne Links auf die kanonische Produkt-URL umstellen
- Canonical-Tag im Theme prüfen, nicht nur im Quelltext des Startseiten-Templates
- Varianten-Parameter ?variant= nie intern verlinken
Kollektionsseiten sind der eigentliche Hebel
Kategoriesuchen wie „shopify seo agentur“ oder „laufschuhe herren“ haben ein Vielfaches des Volumens einzelner Produktnamen — und genau diese Suchen landen auf Kollektionsseiten. Im Standard ist eine Shopify-Kollektion aber fast leer: Überschrift, Filterleiste, Produktraster.
Wir bauen Kollektionsseiten so um, dass sie eine eigene Seite verdienen: ein kurzer Einstieg über dem Raster, ein ausführlicher Abschnitt darunter, eine themenbezogene FAQ und interne Links auf verwandte Kollektionen. Das ist unspektakulär und bewegt erfahrungsgemäß am schnellsten etwas.
Filter und Sortierung fressen Crawl-Budget
Shopify Search & Discovery erzeugt für jede Filterkombination eine eigene Adresse: ?filter.v.option.farbe=blau, ?sort_by=price-ascending und so weiter. Aus einer Kollektion werden schnell mehrere hundert crawlbare Varianten mit nahezu identischem Inhalt.
Seit Shopify die Datei robots.txt.liquid freigegeben hat, lässt sich das sauber steuern: Sortier- und Filterparameter werden gesperrt, das Canonical zeigt auf die unparametrisierte Kollektion. Ohne diesen Eingriff verbringt Google einen großen Teil des Budgets auf Seiten, die nie ranken sollen.
- robots.txt.liquid anpassen statt Parameter zu ignorieren
- Paginierung über rel-Links und eindeutige Titles sauber halten
- Interne Verlinkung auf gefilterte Ansichten vermeiden
Was Shopify bei der Sitemap nicht zulässt
Die Datei /sitemap.xml wird automatisch erzeugt und lässt sich nicht bearbeiten. Prioritäten, Änderungsfrequenzen oder eine manuelle Auswahl gibt es nicht — Shopify nimmt alles auf, was im Online-Store-Kanal sichtbar ist.
Die Steuerung läuft deshalb über zwei andere Wege: Sichtbarkeit im Vertriebskanal und robots.txt.liquid. Dazu kommt die Search Console — eingereichte Sitemap, regelmäßige Kontrolle des Indexierungsberichts und gezielte Prüfung einzelner Adressen.
Strukturierte Daten — vollständig und ehrlich
Product, Offer, BreadcrumbList und Organization gehören auf jeden Shop. Viele gekaufte Themes liefern unvollständiges Markup oder gleich zweimal dasselbe Schema, weil zusätzlich eine App es einfügt. Doppelte Angaben sind in der Search Console als Fehler sichtbar und kosten Rich Results.
Ein Punkt, bei dem wir nicht verhandeln: AggregateRating nur mit echten Bewertungen. Erfundene Sterne verstoßen gegen die Richtlinien für strukturierte Daten, fliegen regelmäßig auf und führen zu einer manuellen Maßnahme, die deutlich länger wirkt als der kurzfristige Gewinn.
hreflang für den DACH-Raum
Deutschland, Österreich und die Schweiz sind drei Märkte mit einer Sprache, aber unterschiedlichen Preisen, Währungen und Versandbedingungen. Shopify Markets erzeugt dafür eigene Adressen — der häufigste Fehler ist ein hreflang-Satz, der nicht auf sich selbst zurückverweist oder ein Land ohne x-default stehen lässt.
Wir prüfen den Satz maschinell: jede Sprachversion muss alle anderen nennen, sich selbst einschließen und auf eine indexierbare Adresse zeigen. Erst danach lohnt sich Content-Arbeit pro Markt.
- de-DE, de-AT, de-CH sauber trennen — nicht eine Seite für alle
- x-default setzen, sonst entscheidet Google selbst
- Währung und Versandkosten pro Markt sichtbar machen
Core Web Vitals sind kein getrenntes Thema
Der LCP ist auf fast jedem Shopify-Shop das Hero-Bild oder das erste Produktbild. Der zweite große Hebel sind Apps: Bewertungs-, Popup- und Tracking-Skripte laden render-blockierend und verschieben jeden Messwert nach hinten.
Wir messen mit Lighthouse und mit Felddaten aus der Search Console, weil Labormessungen allein täuschen. Die Arbeit an Geschwindigkeit und die Arbeit an SEO sind dasselbe Projekt, nicht zwei.
Was wir berichten — und was wir nicht versprechen
Jeden Monat: Impressionen, Klicks, durchschnittliche Position und Indexabdeckung direkt aus der Search Console, dazu die technischen Fehler, die neu aufgetaucht sind. Keine Rank-Tracker-Screenshots mit ausgewählten Keywords.
Was wir nicht zusagen: eine bestimmte Position zu einem bestimmten Datum. Wer das garantiert, kennt entweder den Wettbewerb nicht oder meint Suchbegriffe, nach denen niemand sucht. Realistisch sind technische Korrekturen in 4–8 Wochen sichtbar, On-Page-Arbeit in 2–4 Monaten, Content-Aufbau über 6–12 Monate.