Die meisten Shopify-Shops, die wir prüfen, haben kein Content-Problem, sondern ein Strukturproblem. Die Plattform nimmt Ihnen viel Technik ab — aber einige Standardeinstellungen und Theme-Gewohnheiten arbeiten gegen Sie. Diese Checkliste ist genau die, mit der wir jeden neuen Shop durchgehen.
Technische Grundlagen
- Primäre Domain gesetzt, alle anderen Domains leiten per 301 dorthin weiter (mit oder ohne www — aber nur eine Variante).
- Produkte werden im Theme direkt über /products/… verlinkt, nicht über /collections/…/products/…. Shopify setzt zwar ein Canonical, doch interne Links auf die Nebenpfade verteilen Signale unnötig.
- Die Sitemap unter /sitemap.xml ist in der Search Console eingereicht und zeigt keine Fehler.
- robots.txt geprüft: Filter- und Sortier-URLs sind nicht massenhaft crawlbar. Anpassungen laufen über die Vorlage robots.txt.liquid.
- Keine indexierbaren Tag-Seiten (/collections/…/tag) ohne eigenen Inhalt.
- Paginierte Kollektionsseiten sind crawlbar, aber nicht als eigene Landingpages gedacht.
- Passwortschutz und Testumgebungen sind nicht öffentlich indexierbar.
- Bei mehreren Ländern oder Sprachen: hreflang über Shopify Markets korrekt, jede Sprachversion mit eigenem Canonical.
Geschwindigkeit und Core Web Vitals
- Felddaten in der Search Console: LCP unter 2,5 s, INP unter 200 ms, CLS unter 0,1 — auf Mobilgeräten.
- Hero-Bild wird nicht lazy geladen, sondern priorisiert und in passender Breite ausgeliefert.
- Jede App ist auf ihre Skriptkosten geprüft; Reste deinstallierter Apps sind aus dem Theme entfernt.
- Consent-Banner lädt schlank und ohne Layoutverschiebung.
Kollektionen: dort, wo die Suchnachfrage liegt
- Die Kollektionsstruktur folgt der Suchnachfrage, nicht nur dem Menü: „Damen Laufschuhe“ ist eine Kollektion, kein Filter.
- Jede wichtige Kollektion hat einen eigenen Einleitungstext und idealerweise weiterführenden Text unterhalb der Produktliste.
- Title und Meta-Beschreibung jeder Kollektion sind individuell — nicht der automatisch erzeugte Kollektionsname.
- Wichtige Kollektionen sind aus Hauptnavigation, Brotkrumen und verwandten Kollektionen verlinkt.
Produktseiten
- Eindeutiger Produkttitel, der beschreibt, was es ist — nicht nur der Markenname des Produkts.
- Eigene Produktbeschreibung statt kopierter Herstellertext.
- Alt-Texte für Produktbilder, die das Bild beschreiben.
- Varianten mit eigener Suchnachfrage (etwa Farben) sind bewusst entschieden: eine URL mit Varianten oder getrennte Produkte.
- Ausverkaufte Produkte bleiben erreichbar, solange sie Traffic haben; dauerhaft entfernte Produkte leiten auf die passende Kollektion weiter.
- GTIN, Marke und Material sind gepflegt — sie werden für Google Shopping und KI-Assistenten immer wichtiger.
Strukturierte Daten
- Product- und Offer-Markup mit Preis, Währung und Verfügbarkeit ist korrekt und stimmt mit der Seite überein.
- Bewertungs-Markup nur mit echten, auf der Seite sichtbaren Bewertungen.
- BreadcrumbList und Organization sind vorhanden; keine doppelten Product-Blöcke durch Theme und App gleichzeitig.
- Test im Rich-Results-Test von Google ohne Fehler.
Inhalte, KI-Suche und Messung
- Ratgeberinhalte beantworten die Fragen, die vor dem Kauf gestellt werden, und verlinken auf die passende Kollektion.
- Häufige Fragen stehen sichtbar auf der Seite, knapp und eindeutig beantwortet — genau diese Passagen zitieren KI-Suchen.
- KI-Crawler (etwa OAI-SearchBot, PerplexityBot, Google-Extended) sind nicht versehentlich ausgesperrt.
- Search Console und GA4 mit Consent Mode v2 sind eingerichtet; organischer Umsatz wird gemessen, nicht nur Traffic.
Die fünf häufigsten Shopify-Fehler
- Produktlinks über Kollektionspfade im gesamten Theme
- Hunderte indexierte Filter- und Tag-URLs mit fast identischem Inhalt
- Kollektionen ohne jeden Text, nur mit Produktkacheln
- Doppelte strukturierte Daten durch Theme und Bewertungs-App
- Beim Relaunch vergessene Weiterleitungen von alten URLs
Was davon Sie selbst erledigen können
Titel, Beschreibungen, Alt-Texte, Kollektionstexte und Weiterleitungen pflegen Sie direkt im Shopify-Admin. Für Theme-Links, robots.txt.liquid, strukturierte Daten und App-Skripte braucht es Zugriff auf den Theme-Code. Wenn Sie nur eine Sache heute tun: Öffnen Sie die Search Console, sortieren Sie Seiten nach Impressionen und prüfen Sie, ob die Seiten ganz oben diejenigen sind, die Sie dort erwarten.