Der Grundpreis gehört zu den Pflichtangaben, die in deutschen Shopify-Shops am häufigsten fehlen — nicht weil Händler ihn vergessen, sondern weil das Theme ihn an einigen Stellen nicht ausgibt. Hier ist, was die PAngV verlangt und wie Sie es in Shopify sauber umsetzen. Dieser Beitrag ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.
Was die PAngV verlangt
Wer Verbrauchern Waren in Fertigpackungen, offenen Packungen oder als Verkaufseinheiten ohne Umhüllung nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbietet, muss neben dem Gesamtpreis den Grundpreis angeben. Seit der Novelle der Preisangabenverordnung 2022 ist die Mengeneinheit grundsätzlich 1 Kilogramm, 1 Liter, 1 Meter, 1 Quadratmeter oder 1 Kubikmeter; die frühere Wahl von 100 Gramm oder 100 Millilitern gibt es im Regelfall nicht mehr. Der Grundpreis muss unmissverständlich, klar erkennbar und gut lesbar sein. Für einige Fälle gibt es Ausnahmen, etwa wenn Grundpreis und Gesamtpreis identisch sind.
So funktioniert es in Shopify
- In jeder Variante gibt es die Felder für den Einheitspreis: Gesamtmenge der Variante (z. B. 250 g) und Bezugsmenge (z. B. 1 kg).
- Shopify berechnet daraus den Grundpreis und stellt ihn dem Theme zur Verfügung.
- Ob er erscheint, entscheidet das Theme. Viele Themes geben ihn auf der Produktseite aus; in Produktkarten, Schnellansichten oder App-Blöcken fehlt er häufig.
- Bei Varianten mit unterschiedlichen Größen braucht jede Variante ihre eigenen Werte, und der Grundpreis muss beim Variantenwechsel mitwechseln.
Wo Themes den Grundpreis vergessen
| Stelle | Typisches Problem | Prüfen |
|---|---|---|
| Produktseite | Grundpreis wechselt nicht mit der Variante | Variante umschalten und Grundpreis vergleichen |
| Kollektion und Suche | Produktkarten zeigen nur den Gesamtpreis | Jede Karte mit Preis braucht auch den Grundpreis |
| Schnellansicht und Upsell | App-Blöcke zeigen den Preis ohne Grundpreis | Alle Apps prüfen, die Preise ausgeben |
| Warenkorb | Nur Zeilensumme sichtbar | Grundpreis bei der Position anzeigen |
| Streichpreise | Rabatt ohne Bezug zum niedrigsten Preis der letzten 30 Tage | Streichpreise nach § 11 PAngV prüfen |
Streichpreise gleich mit prüfen
Bei Preisermäßigungen verlangt die PAngV seit 2022, dass der niedrigste Gesamtpreis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung als Referenz dient. Ein Vergleichspreis in Shopify, der nie wirklich verlangt wurde, ist ein typischer Abmahngrund. Legen Sie fest, wer Vergleichspreise pflegt und wie lange sie stehen bleiben.
Die Umsetzung in der Praxis
- Produkte mit Mengenangabe per Export identifizieren und die Einheitspreis-Felder per CSV oder Massenbearbeitung befüllen.
- Theme an allen Preisstellen anpassen — Produktkarte, Schnellansicht, Warenkorb, Drawer.
- Apps prüfen, die eigene Preisblöcke ausgeben: Upsell, Bundles, Produktempfehlungen.
- Stichprobe nach jedem Theme-Update, weil Anpassungen sonst verloren gehen können.
Welche Pflichten ein deutscher Shop sonst erfüllen muss, steht im Beitrag Shopify rechtssicher machen. Die Einrichtung übernehmen wir im Rahmen von Shopify Shop erstellen lassen.