Viele Shopify-Shops starten als Nebengewerbe oder kleines Unternehmen und nutzen die Kleinunternehmerregelung. Shopify ist international gebaut und auf Händler ausgelegt, die Umsatzsteuer erheben; für Kleinunternehmer müssen Steuern, Preisanzeige und Rechnungen bewusst passend eingestellt werden. Die Regeln haben sich 2025 geändert. Dieser Beitrag ersetzt keine Steuerberatung — sprechen Sie Grenzfälle mit Ihrer Steuerberatung ab.
Die Grenzen seit 2025
- Vorjahr: Gesamtumsatz höchstens 25.000 €.
- Laufendes Jahr: Gesamtumsatz höchstens 100.000 € — tatsächlich, nicht mehr als Prognose.
- Überschreiten Sie im laufenden Jahr 100.000 €, endet die Regelung sofort: Bereits der Umsatz, mit dem die Grenze überschritten wird, ist umsatzsteuerpflichtig.
- Bis Ende 2024 lagen die Grenzen bei 22.000 € im Vorjahr und voraussichtlich 50.000 € im laufenden Jahr.
Seit 2025 sind die Umsätze von Kleinunternehmern zudem steuerfrei, statt dass die Steuer nur nicht erhoben wird. Für Ihre Rechnungen bedeutet das einen Hinweis auf die Steuerbefreiung nach § 19 UStG.
Steuereinstellungen in Shopify
In Shopify legen Sie unter Einstellungen → Steuern und Zölle fest, ob und wo Steuern erhoben werden. Als Kleinunternehmer erheben Sie für Deutschland keine Umsatzsteuer. Prüfen Sie außerdem die Einstellung, ob Ihre Preise Steuern enthalten: Wenn Sie keine Steuer erheben, ist der angezeigte Preis Ihr Endpreis, und im Checkout darf kein Steuerbetrag erscheinen.
Machen Sie danach eine Testbestellung und prüfen Sie Warenkorb, Checkout, Bestellbestätigung und Rechnung. Gerade Apps für Rechnungen und Buchhaltung haben eigene Steuereinstellungen, die mit Shopify übereinstimmen müssen.
Preisangaben ohne Umsatzsteuer
Die Preisangabenverordnung verlangt gegenüber Verbrauchern Gesamtpreise. Als Kleinunternehmer ist Ihr Preis ohne Umsatzsteuer der Gesamtpreis. Der übliche Hinweis „inkl. MwSt.“ im Theme ist dann falsch und muss ersetzt werden — etwa durch einen Hinweis, dass nach § 19 UStG keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird. Viele Themes zeigen den Steuerhinweis automatisch neben dem Preis; prüfen Sie Produktseite, Kollektionsseiten, Warenkorb und E-Mails.
Rechnungen
Rechnungen nach deutschen Anforderungen entstehen bei Shopify-Shops in der Regel über eine Rechnungs- oder Buchhaltungs-App. Dort muss der Hinweis auf die Steuerbefreiung nach § 19 UStG hinterlegt sein, und es darf kein Steuersatz ausgewiesen werden. Seit 2025 gelten für Kleinunternehmer zudem vereinfachte Anforderungen an den Rechnungsinhalt. Was eine Rechnungs-App in Shopify leisten muss, beschreibt der Beitrag Rechnungen in Shopify.
Verkaufen Sie an Geschäftskunden, kommt die E-Rechnung hinzu: Seit 2025 müssen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können; Kleinunternehmer sind von der Pflicht, selbst E-Rechnungen auszustellen, ausgenommen.
Verkauf ins EU-Ausland
Verkaufen Sie an Verbraucher in anderen EU-Ländern, gelten zusätzliche Regeln. Klären Sie vor dem Start mit Ihrer Steuerberatung, wie diese Umsätze zu behandeln sind. Wenn Sie in Shopify Märkte für andere Länder anlegen, gehören die Steuereinstellungen pro Markt zur Einrichtung — mehr dazu im Beitrag Verkaufen nach Österreich und in die Schweiz.
Wenn Sie die Grenze überschreiten
- Steuererhebung in Shopify für Deutschland aktivieren und die Steuersätze prüfen.
- Entscheiden, ob Ihre Preise die Umsatzsteuer enthalten sollen — sonst steigen die Endpreise.
- Den Hinweis neben dem Preis im Theme wieder auf „inkl. MwSt.“ umstellen.
- Die Rechnungs-App auf Regelbesteuerung umstellen und den Hinweis nach § 19 UStG entfernen.
- Eine Testbestellung machen und Checkout, E-Mails und Rechnung prüfen.
Weil die Regelung seit 2025 sofort endet, lohnt es sich, den Umsatz im Blick zu behalten und die Umstellung vorzubereiten, bevor Sie in die Nähe der Grenze kommen. Den Überblick über die übrigen Pflichten eines deutschen Shops gibt der Beitrag Shopify rechtssicher machen; wenn Sie den Shop von Anfang an richtig aufsetzen wollen, beschreibt die Seite Shopify Shop erstellen lassen, was dazugehört.