Abos sind für viele Marken der stabilste Umsatz: Kaffee, Tierfutter, Kosmetik, Nahrungsergänzung. Shopify bringt die Grundlage dafür mit, aber deutsche Verbraucherregeln sind strenger als das, was internationale Abo-Apps standardmäßig abbilden. Dieser Beitrag zeigt, was technisch dazugehört — er ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie Abos in Shopify funktionieren
Shopify stellt die Bausteine bereit — Verkaufspläne, mit denen ein Produkt einmalig oder im Abo gekauft werden kann, und den Checkout dafür. Die Abo-Logik selbst übernimmt eine App: Shopifys eigene App Shopify Subscriptions oder eine Abo-App aus dem App Store. Sie legt Liefer- und Abrechnungsintervalle fest, erzeugt die Folgebestellungen und lässt Kunden ihr Abo im Kundenkonto pausieren, ändern oder beenden.
Der Kündigungsbutton nach § 312k BGB
Seit dem 1. Juli 2022 muss jeder Online-Shop, über den Verbraucher Dauerschuldverhältnisse wie Abos abschließen können, eine einfache Kündigung über die Website ermöglichen. Konkret:
- Eine gut lesbare Schaltfläche mit einer eindeutigen Beschriftung wie „Verträge hier kündigen“, ständig verfügbar und leicht zugänglich.
- Sie führt zu einer Bestätigungsseite, auf der Kunden die Angaben zur Identifizierung und zum Vertrag machen, ohne sich zwingend einloggen zu müssen.
- Dort eine Bestätigungsschaltfläche, eindeutig beschriftet etwa mit „jetzt kündigen“.
- Eine Eingangsbestätigung der Kündigung in Textform, zum Beispiel per E-Mail.
Die Kündigungsfunktion im Kundenkonto einer Abo-App reicht dafür oft nicht, weil sie einen Login voraussetzt. Prüfen Sie, ob Ihre App einen § 312k-konformen Kündigungsweg anbietet; wenn nicht, wird er als eigene Seite im Theme oder als kleine Erweiterung gebaut — siehe Shopify App Entwicklung.
Laufzeit und Verlängerung
Für Verträge, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, gilt: Verlängert sich ein Vertrag nach der Mindestlaufzeit automatisch, muss er danach jederzeit mit einer Frist von höchstens einem Monat kündbar sein. Die meisten Abo-Shops arbeiten ohnehin ohne lange Mindestlaufzeit — dann ist die Frage einfach zu beantworten. Wer Rabatte an eine Mindestlaufzeit koppelt, sollte die Regeln vorher mit einem Anwalt durchgehen.
Widerruf, Preise und Checkout
- Widerruf: Bei Verträgen über die regelmäßige Lieferung von Waren beginnt die Widerrufsfrist mit dem Erhalt der ersten Lieferung. Seit dem 19. Juni 2026 kommt der Widerrufsbutton hinzu — siehe Widerrufsbutton in Shopify.
- Preisangaben: Der Preis je Lieferung bzw. je Abrechnungszeitraum muss klar erkennbar sein, inklusive Umsatzsteuer und Versandkosten.
- Bestellbutton: Auch für Abos muss der Button im Checkout eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen.
Den Überblick über alle Pflichtangaben eines deutschen Shops gibt Shopify rechtssicher machen; Rechnungen für wiederkehrende Bestellungen behandelt Rechnungen in Shopify.
Was Sie vor dem Start prüfen sollten
- Welche Abo-App passt zu Ihren Intervallen, Rabatten und Zahlungsarten?
- Gibt es einen Kündigungsweg ohne Login, der § 312k BGB erfüllt?
- Zeigen Produktseite, Warenkorb und Checkout den Preis je Lieferung eindeutig?
- Verschickt der Shop Bestätigungen für Abschluss und Kündigung in Textform?
- Erzeugt Ihre Rechnungs-App für jede Folgebestellung eine korrekte Rechnung?