Wer eine Shopify-Agentur sucht, bekommt schnell drei bis fünf Angebote — und merkt beim Vergleichen, dass sie nicht vergleichbar sind. Das eine ist halb so teuer wie das andere, und niemand kann sagen, warum. Diese zwölf Fragen stellen wir uns selbst, wenn wir ein Angebot schreiben. Stellen Sie sie jeder Agentur, auch uns.
Eigentum und Zugang
- Wem gehört das Shopify-Konto? Die richtige Antwort: Ihnen. Die Agentur arbeitet über einen Mitarbeiter- oder Partnerzugang.
- Wem gehört der Theme-Code? Bei individueller Entwicklung sollte der Quellcode nach Bezahlung Ihnen gehören — schriftlich.
- Wer hat Zugriff auf Domains, Zahlungsanbieter und Tracking-Konten? Alles sollte auf Ihren Namen laufen, die Agentur nur eingeladen sein.
Team und Arbeitsweise
- Wer arbeitet konkret an Ihrem Projekt? Fragen Sie nach Rollen: Design, Entwicklung, Projektleitung. Und ob Teile an Dritte vergeben werden — das ist nicht schlimm, sollte aber offen gesagt werden.
- Wie wird kommuniziert und wie oft? Ein fester Ansprechpartner und ein vereinbarter Rhythmus verhindern, dass Fragen tagelang liegen bleiben.
- Wo sitzt das Team? Remote-Teams können hervorragend arbeiten. Wichtig ist, dass die Antwort ehrlich ist — und dass Zeitzone und Sprache zu Ihrem Ablauf passen.
Umfang und Preis
- Festpreis oder Stundensatz? Festpreise schaffen Planbarkeit, brauchen aber einen schriftlich definierten Umfang.
- Was ist ausdrücklich enthalten? Rechtsseiten und Consent, Tracking mit Consent Mode v2, Tests auf Mobilgeräten, Produktimport, Weiterleitungen aus dem alten Shop, Schulung.
- Was kostet eine Änderung nach Projektstart — und wer entscheidet, ob etwas eine Änderung ist?
Qualität und Nachweis
- Welche Shops sind live und öffentlich aufrufbar? Screenshots beweisen wenig; klickbare Referenzen zeigen Ladezeit, Mobile-Qualität und Details.
- Gibt es messbare Zusagen? Etwa zur Ladezeit nach dem Launch — und was passiert, wenn sie nicht erreicht wird.
- Wie sieht Support nach dem Launch aus? Wie lange, in welchem Umfang, mit welcher Reaktionszeit, und was kostet laufende Betreuung danach?
Warnsignale
- Das Shopify-Konto soll auf die Agentur laufen.
- Kein schriftlicher Umfang, nur ein Pauschalbetrag.
- Rechtliches wird mit „das machen alle so“ beantwortet.
- Nur Mockups und Screenshots als Referenzen.
- Ein Preis, der deutlich unter den anderen liegt, ohne dass klar ist, was fehlt.
Shopify Partner Directory
Shopify führt ein öffentliches Verzeichnis seiner Partner. Dort sehen Sie, ob eine Agentur als Partner gelistet ist, welche Leistungen sie angibt und — sofern vorhanden — Bewertungen von Händlern. Ein Eintrag ist kein Qualitätsbeweis, eine fehlende Listung bei einer Agentur, die sich „offizieller Partner“ nennt, aber ein Warnsignal.
Regionale Agentur oder remote?
Für persönliche Workshops kann Nähe angenehm sein. Für die Qualität eines Shopify-Projekts ist sie selten entscheidend: Die Arbeit passiert im Browser, Abstimmungen laufen per Video und Chat. Wir sagen das offen, weil es uns betrifft — unser Sitz ist in London, das Team arbeitet remote, und wir haben keine Büros in Deutschland. Entscheidend ist, ob Antworten schnell und klar kommen.