Die Frage stellt sich meist an einem von zwei Punkten: beim Start, wenn WooCommerce kostenlos wirkt, oder nach ein paar Jahren, wenn das WordPress-Setup aus Plugins, Updates und Hosting-Problemen besteht. Beide Systeme sind ausgereift. Der Unterschied liegt darin, wer den Betrieb übernimmt.
Der grundlegende Unterschied
WooCommerce ist eine kostenlose Erweiterung für WordPress. Sie installieren sie auf eigenem Hosting und sind für Server, Updates, Sicherheit, Backups und Ladezeit selbst verantwortlich. Shopify ist eine gehostete Plattform: Sie zahlen einen monatlichen Tarif, und Shopify betreibt Server, Sicherheit, Checkout und Updates.
Kosten: Lizenz gegen Betrieb
- WooCommerce: keine Lizenzkosten, aber Hosting, kostenpflichtige Erweiterungen für Zahlungsarten, Versand, Rechtstexte und Abos, ein Premium-Theme und vor allem Entwicklerzeit für Updates und Fehlerbehebung.
- Shopify: ein monatlicher Tarif, Zahlungsgebühren und Apps. Hosting, SSL, Sicherheitsupdates und der Checkout sind enthalten. Die aktuellen Tarifpreise zeigt Shopify auf seiner Preisseite.
- Der größte Posten ist bei beiden selten die Software, sondern die Zeit: bei WooCommerce für Wartung, bei Shopify für die Verwaltung der Apps.
Rechnen Sie deshalb über drei Jahre und nehmen Sie die Stunden für Updates und Störungen ehrlich mit auf. Ein „kostenloser“ Shop, der jeden Monat einen halben Entwicklertag braucht, ist nicht kostenlos. Was ein professionell aufgesetzter Shopify-Shop einmalig kostet, steht im Beitrag Shopify Shop erstellen lassen: Kosten 2026.
Rechtliches in Deutschland
Beide Systeme lassen sich in Deutschland rechtssicher betreiben. Für WooCommerce gibt es etablierte deutsche Erweiterungen, die Rechtstexte, Grundpreise und Checkout-Hinweise abdecken. Bei Shopify übernehmen Theme, Einstellungen und Apps diese Aufgaben; einige Punkte wie der Widerrufsbutton müssen ergänzt werden. Den Überblick gibt unser Beitrag Shopify rechtssicher machen.
Datenschutz und Hosting
Mit WooCommerce entscheiden Sie selbst, wo der Server steht — ein Argument für Händler, die alle Daten in Deutschland halten möchten. Shopify verarbeitet Daten auf eigener Infrastruktur, auch außerhalb der EU. Für die meisten Shops ist das mit Auftragsverarbeitung und einer vollständigen Datenschutzerklärung sauber lösbar; die Details stehen in unserer DSGVO-Checkliste.
Ladezeit und Skalierung
Ein WooCommerce-Shop ist so schnell wie sein Hosting und seine Plugins. Mit gutem Hosting und Disziplin ist er schnell, aber Lastspitzen wie der Black Friday liegen in Ihrer Verantwortung. Shopify skaliert die Infrastruktur selbst; die Ladezeit entscheidet sich dort vor allem am Theme und an den Apps — wie man sie misst und verbessert, zeigt der Beitrag zur Shopify-Geschwindigkeit.
Wann WooCommerce die bessere Wahl ist
- Der Shop ist ein Nebenprodukt einer großen Content-Website auf WordPress.
- Sie brauchen Logik, die tief in Datenbank oder Server eingreift, und haben ein Entwicklerteam dafür.
- Sie haben wenige Produkte und wenig Umsatz, und jemand im Team betreut WordPress ohnehin.
Wann Shopify die bessere Wahl ist
- Verkauf ist das Kerngeschäft, und Sie wollen keine Server betreuen.
- Sie wachsen und brauchen einen Checkout, der unter Last zuverlässig bleibt.
- Sie verkaufen in mehrere Länder und wollen Sprachen, Währungen und Steuern in einem System verwalten.
- Sie planen Großhandel — B2B ist seit April 2026 in allen Shopify-Tarifen enthalten, siehe Shopify B2B.
Wenn die Alternative nicht WooCommerce, sondern Shopware heißt, hilft unser Vergleich Shopify oder Shopware?.
Der Wechsel von WooCommerce zu Shopify
Produkte, Kunden und Bestellhistorie lassen sich übernehmen; Passwörter nicht. Entscheidend für die Rankings ist eine vollständige 301-Weiterleitungskarte, weil Shopify feste Pfade wie /products/ und /collections/ verwendet. Den Ablauf beschreibt unser Beitrag Von WooCommerce zu Shopify; als Festpreisprojekt bieten wir die Shopify Migration an.