Shopify Plus wird oft als „das Enterprise-Shopify“ verkauft, und viele Händler wechseln, weil der Umsatz eine bestimmte Grenze überschritten hat. Das ist der falsche Auslöser. Plus lohnt sich, wenn Sie etwas brauchen, das es nur dort gibt — oder wenn die Gebührenrechnung schon aufgeht. Beides lässt sich vorher berechnen.
Als zertifizierter Shopify-Plus-Partner begleiten wir Plus-Projekte. Gerade deshalb raten wir regelmäßig davon ab, zu früh zu wechseln.
Was Shopify Plus kostet
- Grundpreis: ab rund 2.300 $ pro Monat bei einem Vertrag über drei Jahre, rund 2.500 $ bei einem Jahr — so weist Shopify es auf der Preisseite aus.
- Hohe Umsätze: Ab einem bestimmten Volumen ersetzt ein umsatzabhängiger Anteil die Pauschale. Die Konditionen werden individuell vereinbart.
- Transaktionsgebühr bei externen Zahlungsanbietern: 0,2 % statt 0,6 % im Advanced-Plan.
- Shopify-Payments-Konditionen sind auf Plus in der Regel günstiger und bei hohem Volumen verhandelbar.
Zum Vergleich: Advanced kostet laut Shopify 399 $ im Monat bei monatlicher Zahlung. Der Abstand zu Plus ist also groß — und genau deshalb lohnt die ehrliche Rechnung.
Was Sie für das Geld bekommen
- Checkout-Anpassung über Checkout-UI-Extensions und eigene Logik über Custom Apps mit Shopify Functions — Custom Apps mit Functions sind Plus vorbehalten.
- Natives B2B: Firmenprofile, kundenspezifische Kataloge und Preislisten, Zahlungsziele und Mengenregeln im selben Shop wie das Endkundengeschäft.
- Mehrere Shops (Expansion Stores) unter einer Organisation mit zentraler Verwaltung von Nutzern und Berechtigungen.
- Launchpad zum zeitgesteuerten Veröffentlichen von Kampagnen, Preisen und Themes.
- Höhere API-Limits für Integrationen mit ERP, PIM und Warenwirtschaft.
- Priorisierter Support sowie für Plus-Projekte mit Partner ein Shopify Launch Manager.
Was Plus nicht ändert
Ihre Ladezeit. Plus repariert kein Theme mit zwanzig App-Skripten. Ihre Conversion-Rate: Mehr Checkout-Freiheit hilft nur, wenn Sie wissen, wo Kunden abspringen. Und Ihre App-Rechnung: Einige Apps berechnen für Plus-Shops höhere Preise.
Die Gebührenrechnung
Wer externe Zahlungsanbieter nutzt, zahlt im Advanced-Plan 0,6 % Transaktionsgebühr an Shopify, auf Plus 0,2 %. Die Differenz von 0,4 Prozentpunkten wird ab einem bestimmten Umsatz größer als der Aufpreis. Eine vereinfachte Rechnung mit angenommenen Werten:
- Monatsumsatz über externe Anbieter: 500.000 €.
- Ersparnis durch 0,4 Prozentpunkte weniger Transaktionsgebühr: rund 2.000 € im Monat.
- Dazu eventuell günstigere Kartenkonditionen über Shopify Payments.
- Diesen Summen stehen die Mehrkosten des Plus-Abos gegenüber — plus höhere App-Preise und Umsetzungskosten.
Rechnen Sie mit Ihren echten Zahlen und Ihrem echten Zahlungsmix. Bei Händlern, die ohnehin überwiegend Shopify Payments nutzen, fällt die Transaktionsgebühr gar nicht an — dann trägt die Gebührenrechnung Plus nicht, und nur die Funktionen entscheiden.
Vier Situationen, in denen Plus sich lohnt
- Sie verkaufen B2B und B2C aus demselben Sortiment und pflegen heute doppelte Shops, Tag-Logik oder Workarounds.
- Ihr Checkout braucht Logik, die Standard-Apps nicht abbilden: Zahlungsarten je Kundengruppe, eigene Versandregeln, komplexe Rabatte.
- Sie betreiben mehrere Marken oder Länder-Shops und verwalten Nutzer, Apps und Kampagnen heute mehrfach.
- Ihre Integrationen stoßen an API-Limits oder brauchen verlässlich höhere Durchsatzraten.
Versteckte Kosten eines Wechsels
- Umsetzung: Checkout-Extensions, Functions, B2B-Einrichtung und Integrationen sind Projektarbeit. Unsere Plus-Projekte liegen je nach Umfang bei 22.000–130.000 €.
- Apps mit Plus-Preisen
- Mindestlaufzeit des Vertrags
- Interne Zeit für Prozesse, die sich mit B2B oder mehreren Shops ändern
Unser Vorgehen
Bevor wir ein Plus-Projekt anbieten, rechnen wir mit Ihnen: Zahlungsmix, Gebühren, benötigte Funktionen und was davon auch auf Advanced mit Apps ginge. Wenn die Antwort „noch nicht“ lautet, sagen wir das — und Sie wissen, bei welcher Zahl sich das ändert.