ZAHLUNG & VERSAND · 3 Min. Lesezeit · · Aktualisiert

Zahlungsarten im deutschen E-Commerce: Was wirklich konvertiert

Deutsche Kunden zahlen anders als britische oder amerikanische. Rechnungskauf, PayPal, Klarna und Wallets im Vergleich — und was Shopify zusätzlich berechnet.

Shopindev Team

Ein Shop, der in Großbritannien hervorragend konvertiert, kann in Deutschland deutlich zurückfallen — und meistens liegt es an den Zahlungsarten. Die deutschen Präferenzen sind eigen und sie sind stabil.

Shopify Payments oder externe Anbieter?

Shopify Payments ist für Händler in Deutschland verfügbar und bündelt Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay, Shop Pay und je nach Konfiguration weitere Methoden wie Klarna in einem Konto. Der wichtigste Punkt ist oft übersehen: Wer ausschließlich externe Zahlungsanbieter nutzt, zahlt an Shopify zusätzlich eine Transaktionsgebühr — laut aktueller Preisseite 2 % im Basic-Plan, 1 % im Grow-Plan, 0,6 % im Advanced-Plan und 0,2 % bei Plus.

PayPal läuft neben Shopify Payments als eigene Integration. Viele Shops kombinieren daher Shopify Payments für Karten und Wallets mit PayPal — und vermeiden so die Zusatzgebühr auf den Großteil der Umsätze.

Rechnungskauf ist keine Nische

Der Kauf auf Rechnung — Ware zuerst, Zahlung danach — ist im deutschen Markt tief verankert. Wer ihn nicht anbietet, verliert einen erheblichen Teil des Marktes, besonders bei Neukunden ohne Vertrauensvorschuss und bei höheren Warenkörben.

Selbst abgewickelt ist Rechnungskauf ein Risiko- und Mahnwesen-Thema. In der Praxis übernimmt ein Anbieter wie Klarna die Bonitätsprüfung und das Ausfallrisiko. Für Geschäftskunden gibt es eigene B2B-Rechnungskauf-Anbieter mit längeren Zahlungszielen.

PayPal: teuer, aber schwer zu ersetzen

PayPal gehört mit — je nach Produkt und Volumen — rund 2,5 bis 3 % plus einer festen Gebühr pro Transaktion zu den teureren Optionen. Trotzdem ist es in Deutschland ein Vertrauensanker: der Käuferschutz beruhigt genau die Kunden, die zum ersten Mal bei Ihnen kaufen. Es zu streichen, um Gebühren zu sparen, kostet in der Regel mehr als es einbringt.

Klarna deckt Rechnung und Raten ab

Klarna bündelt Rechnungskauf, Ratenzahlung und Sofortzahlung und übernimmt das Ausfallrisiko. Das kostet typischerweise 2–4 %, hebt im DACH-Raum aber sowohl Conversion als auch Warenkorbwert deutlich. Beurteilen Sie es am Deckungsbeitrag, nicht am Prozentsatz.

SEPA-Lastschrift und Kreditkarte

SEPA-Lastschrift ist günstig und bei Abos die erste Wahl. Kreditkarten sind in Deutschland weniger verbreitet als international erwartet, gehören aber dazu — insbesondere für internationale Kunden Ihres Shops.

Apple Pay und Google Pay entscheiden mobil

Über die Hälfte des Traffics ist mobil, und Wallets ersparen dort das Tippen von Kartendaten und Adressen. Die Aktivierung dauert Minuten und ist eine der günstigsten Conversion-Maßnahmen überhaupt.

So rechnen Sie Gebühren richtig

Ein Prozentsatz allein sagt nichts. Rechnen Sie für jede Zahlungsart den Deckungsbeitrag: Mehrumsatz durch höhere Conversion und größere Warenkörbe minus Gebühren, Ausfälle und Aufwand im Kundenservice. Ein vereinfachtes Beispiel mit angenommenen Werten zeigt die Logik:

  1. Monatsumsatz 50.000 €, davon würden 20 % per Rechnung bezahlt, wenn Rechnung angeboten wird.
  2. Ohne Rechnungskauf springt ein Teil dieser Kunden ab — nehmen wir an, ein Viertel, also 2.500 € Umsatz.
  3. Die Rechnungsgebühr auf 10.000 € liegt bei 3 % etwa 300 €.
  4. Solange der Deckungsbeitrag auf 2.500 € Umsatz über 300 € liegt, lohnt sich Rechnung — bei den meisten Sortimenten deutlich.

Setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein. Die tatsächliche Abbruchquote messen Sie am besten, indem Sie eine Zahlungsart testweise zu- oder abschalten und die Conversion vergleichen.

Wie viele Zahlungsarten sind richtig?

Mehr Logos sind nicht automatisch besser: jede Option ist eine Entscheidung, manche laden zusätzliche Skripte. Für Deutschland sind PayPal, Klarna (Rechnung und Raten), Kreditkarte und ein Wallet in der Regel die richtige Kombination — mehr verwirrt eher.

Österreich und die Schweiz ticken anders

In Österreich ist die Online-Überweisung über eps verbreitet, in der Schweiz führt kaum ein Weg an TWINT vorbei. Wenn Sie über Shopify Markets in beide Länder verkaufen, lohnt sich ein kurzer Blick, welche Methoden Ihr Anbieter dort unterstützt.

Welche Zahlungsarten Sie anbieten, gehört zu den ersten Entscheidungen, wenn Sie einen Shopify Shop erstellen lassen. Im Großhandel kommen Zahlungsziele hinzu — wie das seit April 2026 in allen Tarifen funktioniert, beschreibt der Beitrag Shopify B2B 2026.

Dieser Beitrag gehört zum Themenbereich Zahlung, Versand und DACH-Märkte — alle Beiträge dazu, mit den wichtigsten Fragen, auf einer Seite.

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HÄUFIGE FRAGEN

Häufige Fragen zu diesem Thema

Ist Shopify Payments in Deutschland verfügbar?

Ja. Händler mit Sitz in Deutschland können Shopify Payments nutzen und damit Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay und Shop Pay über ein Konto abwickeln. PayPal wird separat angebunden.

Was kostet ein externer Zahlungsanbieter bei Shopify zusätzlich?

Laut Shopifys Preisseite eine Transaktionsgebühr von 2 % (Basic), 1 % (Grow), 0,6 % (Advanced) beziehungsweise 0,2 % (Plus) — zusätzlich zu den Gebühren des Anbieters selbst. Mit Shopify Payments entfällt sie.

Wie biete ich Kauf auf Rechnung in Shopify an?

Am einfachsten über Klarna, das Bonitätsprüfung und Ausfallrisiko übernimmt. Für B2B-Kunden gibt es spezialisierte Anbieter mit längeren Zahlungszielen; auf Shopify Plus lassen sich Zahlungsziele auch nativ für Firmenkunden festlegen.

Sollte ich PayPal wegen der Gebühren abschalten?

In Deutschland meistens nicht. PayPal ist für viele Erstkunden ein Vertrauenssignal; der Umsatzverlust ist in der Regel größer als die gesparte Gebühr.